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Vintage-Verleih: So werden „Die guten Tage“ noch schöner

Als ich vorletztes Wochenende auf der „Wedding Show“ der Gala (als „Nicht-Braut“) zur Stippvisite für ein bisschen DIY- und Deko-Inspiration unterwegs war, hätte ich nicht gedacht, dass mich ein Stand und eine Frau so richtig umhauen würden. Zwischen allerhand Pompoms, Lampions, Macarons und Co. stach mir der süße und andersartige Stand „Die guten Tage“ der Event-Managerin Liv Schneider sofort ins Auge. Kurzerhand blieb ich stehen und startete ein kleines Fragenfeuerwerk. Was für ein spannendes Konzept hinter „Die guten Tage“ genau steckt und wie Liv auf die Idee dazu kam, lest ihr in unserem Interview.

Was ist „Die guten Tage“ genau und wie kamst du auf die Idee?

Liv: „Die guten Tage“ kümmert sich um Feiern, die etwas ganz Besonderes sein sollen. Wir verleihen alles, was man braucht, um gute Tage jenseits des Maintream zu feiern, z.B. Vintage-Geschirr und überhaupt alles in Bezug auf eine individuelle Tischkultur. Viele Kunden wünschen sich darüber hinaus auch Unterstützung bei der Konzeption, Planung und Gestaltung des Events. Das biete ich dann natürlich auch gerne an – immer individuell maßgeschneidert für das jeweilige Event.

Ich bin schon seit 11 Jahren im Eventbereich tätig und obwohl ich schon immer versucht habe, Veranstaltungen einen individuellen Touch zu verleihen, ist mir bei meiner eigenen Hochzeit so richtig aufgefallen, wie sehr sich die Veranstaltungen in ihrer Optik gleichen.

Weiße Tischdecken und Hussen über den Stühlen wohin man sieht. Dies liegt auch daran, dass die Veranstaltungslocations und die Verleiher für Veranstaltungsbedarf eben kein so breites Sortiment haben. Wir wollten aber gern graue Leinentischdecken und alte Holzstühle und so habe ich begonnen ein eigenes kleines Sortiment aufzubauen. Ich glaube, so geht es nicht nur uns und deshalb ist nach und nach die Idee für meinen eigenen Verleih immer weiter gereift.

Verleihst du nur für Hochzeiten oder auch für andere Anlässe?

Liv: Nein, wie der Name schon sagt, für alle guten Tage, die mit besonderes Geschirr o.ä. noch besser werden: Taufen, Geburtstage oder Abendessen mit Freunden, für dass das eigene Geschirr nicht einheitlich reicht, aber auch Firmenevents oder kleinere Empfänge.

Bei Hochzeiten heißt es ja, die Braut solle etwas Altes, Neues, Blaues und Geliehenes bei sich tragen. Bei Letzterem kommst du ins Spiel. Was ist für dich das Besondere am Verleihen?

Liv: Lustig, über diesen Zusammenhang habe ich noch gar nicht nachgedacht. Wenn man meine Teller aus der blau-weißen Vintage-Serie leiht, hat man den Brauch ja schon fast erfüllt, dann fehlt nur noch etwas Neues. Das Verleihen hat für mich mehrere tolle Aspekte. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es natürlich Quatsch, für seltene Anlässe etwas neu anzuschaffen.

Besonders schön finde ich es aber, den alten Teilen wieder neues Leben einzuhauchen und bei Feiern eine besondere Tischkultur zu etablieren.

Meine Omas hatten beide ein „gutes Geschirr“, das nur besonderen Anlässen vorbehalten war. Sich dann an den gedeckten Tisch zu setzen, mit den schönen Tellern und den schweren Silbermessern, hatte etwas Magisches. Dieses Gefühl möchte ich wieder aufleben lassen.

Wie kann ich mir deinen Job genau vorstellen? Was passiert vom Auftrag bis zur Umsetzung eines Dekorationskonzepts?

Liv: Das ist von Kunde zu Kunde völlig unterschiedlich. Der eine Kunde weiß genau, was er will und braucht und mietet vielleicht einfach nur ein paar Vasen und Kerzenleuchter. Der nächste Kunde möchte vielleicht selber planen, organisieren und basteln, findet aber nicht das richtige Konzept für sich oder keine klare Linie. Dann erstelle ich nach einem persönlichen Kennenlernen ein DIY-Deko-Konzept und empfehle Dienstleister, von denen ich das Gefühl habe, dass sie gut zu meinen Kunden passen würden (z.B. Location, Fotograf & Catering). Manchmal übernehme ich auch nur eine dieser Aufgaben, z.B. die Locationsuche. Das Gesamtpaket ist dann das klassische Eventmanagement, da darf man sich zurücklehnen und ich übernehme die gesamte Konzeption, Planung und Organisation der Veranstaltung – natürlich basierend auf den individuellen Vorstellungen der Kunden. Dazu kommen die ständige Suche nach besonderen Produkten und die Organisation des Verleihs. Meine Aufgaben sind also super vielfältig, aber das ist ja auch das Schöne daran.

Wo oder wie inspirierst du dich?

Liv: Auch das ist sehr unterschiedlich. Ideen finde ich eigentlich überall: in Restaurants oder Bars, auf Reisen, in schönen Läden, im Internet, bei Freunden und in der Natur. Beim Sport sortieren sich diese Eindrücke dann meistens zu konkreten Ideen.

Woher bekommst du die tollen Artikel für deine ausgefallenen Deko-Konzepte?

Liv: Das ist ganz unterschiedlich, aber überwiegend von Privatpersonen, manchmal auch aus Sozialkaufhäuser.

Im Oktober waren mein Mann und ich für eine Woche in Südschweden und haben dort ganz viele Loppis (das sind schwedische Scheunenflohmärkte) abgeklappert.

Mir macht so etwas super viel Spaß, andere fänden es vermutlich mühselig, weil man viel stöbern und Geduld zum Sammeln haben muss. Mein Mann ist glücklicherweise handwerklich sehr geschickt. Er hat auch schon das ein oder andere Dekoobjekt für uns gebaut und Ideen von mir umgesetzt.

Wie sähe dein Lieblingskunde oder -auftrag aus? Für welches Thema würdest du gern mal ein Dekorations-Konzept erstellen?

Liv: Es gibt so vieles, was ich gerne machen würde. Eine Festival-Hochzeit, eine unendlich lange Tafel draußen oder eine Feier in einer stillgelegten industriellen Location. Überhaupt reizen mich Off-Locations sehr, die nicht primär für Veranstaltungen ausgerichtet sind und irgendwie etwas Geheimnisvolles mit sich bringen. In Bezug auf Hochzeiten arbeite ich am liebsten mit Paaren, die Lust auf ihr eigenes Ding haben. Da finde ich es total spannend in der Zusammenarbeit nach und nach herauszufinden wohin die Reise gehen kann. Und wenn dann am Ende alle zufrieden sind, ist das einfach das Größte.

Was darf auf keinem gut gedeckten Tisch fehlen? Und worauf kann man deiner Meinung nach gut und gerne verzichten?

Liv: Auf jeden Fall Essen und Trinken! Nein, mal im Ernst. Ich finde eigentlich das Gesamtbild wichtig, aber Kerzen und Blumen sollten für meinen Geschmack nicht fehlen, wenn man es besonders schön haben möchte. Worauf ich gut verzichten kann, sind gebrandete Wasserflaschen und Aschenbecher. Ich bin in dem Zusammenhang aber auch sehr empfindlich. Für unsere Hochzeit haben wir monatelang Milch in Flaschen gekauft, um diese mit unseren eigenen Etiketten versehen als Wasserflaschen zu nutzen. Das ist eigentlich nur ein kleines Detail, aber vielen Gästen total positiv in Erinnerung geblieben.

Welche Trends siehst du für 2018 in puncto Tischwäsche und Dekorationskonzept? Und welche Themen, Ideen und Dekoelemente haben so langsam ausgedient?

Liv: Gute Frage. Ich hoffe natürlich, dass Vintage bleibt, aber vielleicht etwas vielfältiger wird. Weniger dieses Verspielte mit vielen weißen Elementen, Jute und Spitze, sondern öfter auch mal mit modernen Elementen kombiniert wird und dadurch etwas urbaner und frischer wirkt. Ich denke, dass uns Greenery 2018 erhalten bleibt und kann mir dazu auch direkt ein Dekokonzept vorstellen, mit etwas gedeckteren, natürlichen Farbtönen. Generell finde ich, dass aktuelle Trends das Konzept gar nicht so sehr bestimmen sollten. Viel wichtiger sind die Persönlichkeiten und Wünsche der Kunden.. Für Hochzeiten finde ich es zum Beispiel schön, wenn das Paar einige Gegenstände von zuhause mit in die Veranstaltung einbindet. Das kann ein Sessel, eine Lampe oder ein Kunstobjekt sein.

In dem Zusammenhang finde ich es auch wichtig, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert und nicht alle Traditionen oder Trends mitmachen muss. Mein Mann und ich essen zum Bespiel nicht so gerne Torte und hatten deswegen auch keine Hochzeitstorte.

Auch wenn ich die sehr hübsch finde. Dafür gab es einen fancy Mitternachtssnack. Alles kann, nichts muss!

„Greenery“ ist das Buzzword 2017. Wie wichtig sind Pflanzen bei Veranstaltungen für dich? Woher beziehst du deine Blumen? Und was macht für dich ein gutes Bouquet aus?

Liv: Dass mir Pflanzen und Blumen sehr wichtig sind, sagte ich ja schon. Ich arbeite für die Blumendekoration sehr eng mit Anna Barnstorf zusammen. Sie hat keinen Laden, aber einen Stand auf dem Isemarkt, freitags ist sie danach noch auf dem Hallerplatz und samstags auf dem Marie-Jonas-Platz. Sie macht einfach wunderschöne Blumendekorationen. Für unsere Hochzeit hat sie mir auch einen zauberhaften Blumenkranz gemacht. Sie versteht immer genau, was ich mir wünsche und setzt es dann noch besser um, als ich es mir vorgestellt habe. Ein schönes Bouquet darf in meinen Augen gern Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ich persönlich mag es zum Beispiel, wenn man ein Hauptelement und mehrere kleine Vasen dazu auf den Tischen hat. Sehr wichtig finde ich dabei aber, dass die Kommunikation nicht gestört wird und sich alle Personen am Tisch trotzdem noch gut sehen können.

Vielen Dank für das spannende Gespräch, liebe Liv.

Pssst…Noch mehr tolle Bilder, Inspirationen und DIY-Projekte findet ihr auf Livs Instagram-Account @die_guten_tage.

Fotos: Kai Cuno

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